Ausbildung als ehrenamtliche/r Klinikseelsorger/-in

Verfasst von Frank Nie am Fr, 21.01.2011 - 14:47

Ehrenamtliche Klinikseelsorger/-innen übernehmen nach einer fundierten Ausbildung die Seelsorgearbeit auf einzelnen Stationen in den Krankenhäusern des evangelischen Dekanatsbezirks Erlangen. Zur Wahl stehen die Universitätsklinik Erlangen, das Waldkrankenhaus St. Marien, das Klinikum am Europakanal und die Fachklinik Herzogenaurach.

Jede Klinik, sogar jede Station bietet ein eigenes Arbeitsfeld. Denn natürlich macht es einen Unterschied, ob Patient/-innen an einer psychischen Erkrankung leiden oder an einer körperlichen. Und ob diese Krankheit mit guten Erfolgsaussichten rasch behandelt werden kann, ob sie auf Jahre Einschränkungen mit sich bringt, oder ob akute Lebensgefahr besteht. Doch bei allen Unterschieden gibt es grundlegende Gemeinsamkeiten, zum Beispiel:

  • Angst um die Gesundheit und mögliche Einschränkungen
  • Sorge um die zusätzliche Belastung für die Angehörigen
  • Hoffnung auf Genesung oder Besserung
  • Die Frage, ob und was Gott damit zu tun hat
  • Die Frage nach einem Sinn
  • Der Wunsch, im Krankenhaus als ganzer Mensch gesehen und beachtet zu werden, nicht nur als „Behandlungsfall“.

Das Kursangebot

An zwei Erlanger Kliniken bietet die Evangelische Klinikseelsorge dazu jährlich im Wechsel einen Ausbildungskurs an. Der nächste beginnt im Januar 2018 (Stand: Sept. 2017) am Universitätsklinikum.

Kursdauer

Ein Kurs dauert etwa ein halbes Jahr. Die Interessierten lernen sich in einer Arbeitsgruppe (in der Regel Donnerstagabend) kennen und arbeiten sich miteinander unter fachlicher Anleitung in die Grundlagen der Klinikseelsorge ein.

Kursinhalte: Arbeit an der eigenen Person und Fachkenntnisse

Dazu gehört an erster Stelle die Auseinandersetzung mit der eigenen Person:
Was habe ich für Gaben und Grenzen, um kranken Menschen zuzuhören und ihnen bei ihrer Krankheitsbewältigung zu helfen? Wie gehe ich selbst um mit Krankheit, Angst, Verzweiflung, Hoffnung, Freude, Härte, Aggression, Wut und Trauer? Wie kann ich anderen dabei helfen, ohne mich selbst damit zu überfordern?
Dabei spielt der eigene Glaube immer wieder eine Rolle. Wie bringe ich das zusammen: den Glauben an einen gnädigen, liebevollen Gott und die Erfahrung, dass Menschen krank werden und sterben? Woher nehme ich Zuversicht und Hoffnung? Welche biblischen Erzählungen und Figuren regen mich dabei an? Was halte ich vom Gebet, von einem Segen? Wie kann ich mit Patient/-innen beten?

Dazu gibt es natürlich „Handwerkszeug“ aus der Kommunikationstheorie, der Theologie, der Psychologie. Unter dem Strich lernt und übt man, „einfach da zu sein“ und die Patient/-innen und ihre Angehörigen zu begleiten.

Teilnahmevoraussetzungen

Für die Teilnahme an dieser Ausbildung sollten sie psychisch normal belastbar sein und wöchentlich etwa fünf Stunden Zeit einbringen können. Vor der Teilnahme lernen Sie in einem Auswahlgespräch die Ausbilder/-innen kennen, damit Sie und die Ausbilder/-innen miteinander abschätzen können, ob die Klinikseelsorge für Sie das richtige sein kann.

Kursgebühren - Ausbildungsbescheinigung

Die Kurgebühren betragen 100 Euro, nach Beendigung des Kurses besteht keine Verpflichtung, in die ehrenamtliche Arbeit einzusteigen. Freilich: Wir wünschen uns, dass die Teilnehmer/-innen das zu Beginn des Kurses vorhaben. Die Ausbildungen folgt den Standards der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern und Sie erhalten am Ende der Ausbildung ein entsprechendes Zertifikat.

Kontakt: Pfarrerin Dorothea Böhle, am besten per E-Mail – klick!
Tel.: 09131/85-46730, bitte Anrufbeantworter besprechen.

 

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