Karfreitag - es ist so eine Sache mit der Erlösung

Karfreitag, Jesu Tod am Kreuz. Schon seltsam, so etwas zu feiern. Und ich höre die klassischen Sätze: Am Kreuz hat er die Welt erlöst. Oder: Er hat sich geopfert, damit wir gerettet sind.

Mir stellen sich die Nackenhaare auf, wenn ich so etwas höre. Also, wenn diese Welt erlöst ist, möchte ich sie unerlöst gar nicht erst kennen lernen. Der eine kämpft mit dem Krebs und der Chemotherapie, der andere ertrinkt auf der Flucht vor der Armut im Mittelmeer, und Mädchen werden verschachert an geile Männer, die sich das leisten können.

Jesu Kreuzestod hat die Welt erlöst – wie bitte? Ich weiß ja, das sind ganz gängige Lehrsätze der Kirche, auch meiner. Aber so, und das erlaube ich mir, so einfach kann ich das nicht sagen. Weil ich es nicht so erlebe. Was ich aber erlebe, und glauben und sagen möchte: Jesu Kreuz ist so grässlich, ein Mensch in Qualen – dass mir das einen Ansporn gibt, andere Menschen, denen es derart schlecht geht, da raus zu holen. Vielleicht ist das ja meine Art, an die „Erlösung der Welt“ zu glauben. Beim Leiden nicht wegzuschauen, sondern es zu sehen, zu lindern und verhindern – das ist mein Mosaiksteinchen in dem, was da wohl gemeint ist. Manchmal gelingt es, und ich glaube, wenn, dann mit Gottes Hilfe. Pfr. F. Nie