Da verbreitet sich ein neues Virus - und der Glaube?

Submitted by Frank Nie on Thu, 03/12/2020 - 17:24

Da verbreitet sich ein neues Virus derzeit anscheinend unaufhaltsam in der Welt. Wir können es bremsen, aber wohl noch mindestens ein Jahr lang nicht wirklich stoppen. Und weil es neu ist, ändern sich täglich die Erkenntnisse und Empfehlungen der Fachleute. Die Medien sind voller unterschiedlicher Meldungen, die Ladenregale für Vorräte und Hygieneseifen zeitweise leer, und das Netz vibriert heftig.

Mit dem neuen Virus geht eine neue Krankheit einher, Covid 19. Wer keinen medizinischen Test macht und sie kriegt wird sie kaum von einer Erkältung oder Grippe unterscheiden können. Nach dem, was wir bis jetzt wissen, ist sie für Kinder vergleichsweise eher harmlos, kann aber vor allem für ältere Menschen und Menschen mit Vorerkrankungen gefährlich werden oder gar zum Tod führen. Und ganz davor gefeit ist niemand, nicht einmal Supersportler*innen.

Unheimlich, das Ganze. Beängstigend dazu. Das öffentliche Leben wird gedrosselt, mehr und mehr Veranstaltungen werden abgesagt.

Was kann man da vom Glauben her sagen? Mir fällt dazu ein:

  • Zunächst einmal „Danke“ an alle, die in pflegerischen und medizinischen Berufen arbeiten und ihr Bestes geben, damit sich die Krankheit nicht schneller und weiter als vermeidbar ausbreitet. Sie versorgen die Kranken und nehmen dabei eine erhöhte Ansteckungsgefahr für sich und damit ja auch für ihre Familien in Kauf.
  • Und dann gäbe es da das Gebot der Nächstenliebe: Wer sich um andere sorgt wie um seine eigene Familie und sich selbst, der/die wird niemandem schaden wollen und sich so verhalten, dass die Ansteckungsgefahr für alle möglichst niedrig bleibt.
  • Warum Gott überhaupt Krankheiten und Leiden zulässt – das ist eine seit Jahrtausenden diskutierte Frage, auf die es keine einheitliche Antwort geben kann. Zunächst einmal: So ist es, er lässt sie zu. Und auch das glauben wir, so ist es: Er hilft uns hindurch. Zur größten Not auch durch den Tod. Vorher aber haben wir miteinander viele Möglichkeiten, das Leiden zu verringern und zu vermeiden. Auch dazu hat er uns begabt.
  • Nicht zu vergessen: wir können beten, ihm Menschen ans Herz legen, und darauf hoffen, dass er zwar nicht alle unsere Wünsche, aber alle seine Verheißungen erfüllt und es dabei gut mit uns meint.
  • Und: Angst wird oft kleiner, wenn man sie zulässt, anschaut und vor Gott bringt. Seelsorger*innen helfen gerne dabei.

Pfr. Frank Nie