Adventsmail 22. Dezember 2020: Lass Dich überraschen

Augenblick noch, liebe Leserinnen und Leser,

ich bitte noch kurz um Ihre Geduld…
… das ist aber auch fummelig heute…
… mal mit dem Fingernagel versuchen…
Jetzt klappt es! Nun kann ich endlich das neue Türchen meines Adventskalenders öffnen.

Innendrin finde ich eine verpackte Praline, die ich gierig von ihrer Zellophanhülle befreie und sie dann genussvoll in meinem Mund zergehen lasse.

Als ich dann nochmal auf das Türchen von heute schaue, kann ich an seiner Innenseite einen kurzen Text erkennen.
Dort heißt es: „Lass dich heute mal positiv überraschen!“

Eigentlich mag ich Anweisungen, wie ich mich zu fühlen habe, überhaupt nicht – aber „sei’s drum“ denke ich mir, es ist ja Advent und so will ich dem Spruch eine Chance geben.

„Lass dich heute mal positiv überraschen!“ …

Ich könnte ja zum Beispiel einmal ausprobieren, mich von mir selbst überraschen zu lassen.

Möglicherweise traue ich mich heute etwas für mich Neues auszuprobieren, beispielsweise eine andere Teesorte zu versuchen, oder mal einen anderen Radiosender zu hören. Vielleicht wage ich es sogar, später am Abend nur für
mich zu tanzen, mein Takt- und Körpergefühl neu zu vermählen.

Morgen könnte ich versuchen, mal meinen Tagesablauf zu unterbrechen und nach innen zu horchen. Versuchen, ruhig zu werden und mich überraschen zu lassen von dem, was ich „jenseits der Stille“ wahrnehme.

Im Lauf der nächsten Tage - und dafür eignet sich die Weihnachtszeit hervorragend - könnte ich mir vornehmen, meine Mitmenschen bewusst nur durch eine wohlmeinende Brille zu betrachten: Ihnen edle Motive zu unterstellen, sie zu loben und wertzuschätzen und das, womit ich nicht einverstanden bin, einfach mal stehen zu lassen.

Nun bin ich doch verblüfft darüber, wie viel mir zu den Worten in meinem Adventskalender eingefallen ist.

Und Sie, werte Leserinnen und Leser, wovon würden Sie sich denn selbst gerne auf dem Weg zum Weihnachtsfest überraschen lassen?

Ihr
Pastoralreferent Andreas Mauser
Klinikseelsorger am Universitätsklinikum Erlangen, Kopfkliniken

 

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