Den Alltag neu entdecken (4): Kopf hoch

Fastenaktion 4

Draußen hatte es geschneit. Gegen halb neun machte ich mich auf den Weg, um unsere Post von der Poststelle im Kopfklinikum abzuholen. Vielleicht kennen Sie die Örtlichkeit: Der Weg führt von der Psychiatrie durch einen Übergang hinüber ins Kopfklinikum. Zweimal war ich den Weg an diesem Tag bereits gegangen, nichts war mir aufgefallen. Gedankenversunken trottete ich mit einigen Briefen zurück in Richtung Büro. Nach wenigen Metern sprach mich ein Mitarbeiter an: “Schau mal, wie schön draußen der Schnee auf den Zweigen des Baumes dort glitzert. Ist das nicht wunderbar?“ Ich hob meinen Kopf und staunte über den wirklich idyllischen Anblick in der Morgensonne. Beschenkt von diesem bezaubernden Augenblick wurde mein Herz heller und meine Schritte in den Vormittag beschwingter. Dieser Moment beschäftigte mich in den kommenden Tagen immer wieder. Warum nur hatte ich diese Schönheit dieser Szene nicht vorher bemerkt?

Vielleicht machen Sie im Klinikum, zuhause oder unterwegs auch ähnliche Erfahrungen: Nichts Neues auf den Wegen des Alltags. Immer die gleichen
Strecken, die gleichen Menschen, die gleiche Routine, vor allem jetzt in der
Zeit der Einschränkungen. Scheinbar. Aber in Wirklichkeit gibt es keinen Tag,
der dem anderen gleicht.

Deswegen möchte ich Sie, liebe Leserinnen und Leser, in dieser vierten Fastenwoche einladen, sich auf kleine Alltagsexpeditionen zu begeben: Zwischendurch immer wieder Ihren Kopf und damit Ihren Blick zu heben und dabei Neues zu entdecken. Sich anrühren zu lassen von bisher
Unbeachtetem und Schönem. Zum Beispiel auf Ihrem Weg hierher in den Dienst. Oder auf Ihrem Weg von einem zum anderen Patientenzimmer.
Und wenn Sie mögen, halten Sie dabei auch Ausschau nach Gott, dem Herrn, dessen Heiliger Geist bekanntlich weht, wo er will.
Und lassen Sie sich von ihm finden.

Ich wünsche Ihnen viele gute, stärkende Neuentdeckungen.

Ihr Andreas Mauser
von der katholischen Klinikseelsorge

P.S.: Zum Austausch können Sie gerne die Kommentarfunktion nutzen. Wenn Sie mögen, können Sie mir auch schreiben; meine E-Mailadresse ist: andreas.mauser@uk-erlangen.de

Spendenkonto

Empfänger: Kirchengemeindeamt Erlangen

IBAN: DE38763500000034000045
BIC: BYLADEM1ERH
Kreditinstitut: Sparkasse Erlangen

Bitte geben Sie folgenden
Verwendungszweck an:
Klinikseelsorge