Im bayerischen Kommunalwahljahr 2026 bezieht die evang.-luth. Kirche in Bayern (ELKB) deutlich Stellung gegenüber dem Rechtsextremismus. Ihre Haltung dazu finden Sie in der Handreichung "Ja zu gelebter Menschenfreundlichkeit" (s. Download weiter unten). Und in der Handreichung ab Seite 67 stehen praktische Argumentationshilfen gegen rechtsextremistische Äußerungen. Mit der Initiative "Unser starkes Kreuz für Demokatie!" setzt sie sich aktiv ein und unterstützt alle, die sich um ein kommunales politisches Mandat bewerben.
Hier die Position der ELKB im Wortlaut:
"Rassistische Äußerungen, gruppenbezogene Abwertungen und rechtsextreme Ideologien widersprechen christlichen Überzeugungen fundamental. Sie richten sich gegen Menschen, die Teil unserer Gesellschaft, Teil von Kirche, Teil unserer Welt sind: beispielsweise gegen Flüchtlinge oder Menschen mit Behinderung. Sie widersprechen dem christlichen Gebot der Gottes- und Nächstenliebe. Letztlich richten sie sich gegen alle, die nicht den „völkisch-deutschen“ Vorstellungen der Rechtsextremen entsprechen.
Erforderlich ist eine eindeutige, informierte und kompetente Haltung. So ist es unabdingbar klarzustellen, dass die Grenze des verständnisvollen Umgangs erreicht ist, wenn Menschen sich im zwischenmenschlichen Um gang diskriminierend verhalten oder ihre menschenverachtenden Einstellungen im öffentlichen Raum und in Gruppen offen äußern. Es ist nicht hinzunehmen, dass Menschen als minderwertig betrachtet werden und sich in Einrichtungen der Kirche oder in Einrichtungen, in denen Kirche aktiv ist (zum Beispiel Schulen), vor verbalen und körperlichen Übergriffen fürchten müssen.
Hier müssen die Verantwortlichen offen markieren: Solche Verhaltensweisen und Äußerungen widersprechen dem christlichen Geist und haben in einer kirchlichen Einrichtung und auch sonst keinen Platz. Damit zeigt sich, dass Rechtsextremismus kein Phänomen ist, das sich auf einige wenige junge Gewalttäter oder alte Ideologen beschränken lässt, sondern eines, das uns auch im Alltag begegnet und das einer ständigen Auseinandersetzung, auch mit uns selbst, bedarf. Hierbei will und kann die ELKB helfen."
Politiker*innen und Bewerber*innen um politische Mandate sehen sich häufiger als früher verbalen Angriffen und Diffamierungen ausgesetzt. Für sie steht im evang.-luth. Dekanat Erlangen Pfrin. Dr. Julia Illner als Seelsorgerin zur Verfügung, um sie im Umgang mit den daraus entstehenden Belastungen zu unterstützen.