Willkommen

Herzlich willkommen bei der Evangelischen Klinikseelsorge im Dekanatsbezirk Erlangen

Evangelische Klinikseelsorge ist ...

  • kirchlicher Dienst im Krankenhaus
  • Angebot der Kirche für PatientInnen, Angehörige und Krankenhauspersonal
  • Begleitung für Menschen in Krisen- und Grenzsituationen mit unserem eigenen Glaubens- und Lebenshintergrund

 

Einfach heiraten ... ohne großes Drumrum, ruckzuck ein Gespräch, dann die Heirat? Letztes Jahr gab es das in mehreren Orten in der bayerischen evangelischen Kirche, und die Erfahrungen waren sehr positiv. Dieses Jahr gibt es das wieder, und zwar am 24. April, heuer auch in Erlangen, in der Evangelischen Studierendengemeinde, Hindenburgstraße 46, zwischen 15 und 20 Uhr. Mit von der Partie: Klinikpfarrer Johannes Eunicke. 

Und Infos im Netz dazu gibt es hier - klick!

Die Klinikseelsorge ist am Malteser Waldkrankenhaus St. Marien und der Uniklinik Erlangen für dringende Fälle rund um die Uhr erreichbar. Dazu haben wir eine ökumenische Rufbereitschaft organisiert. Und die wird gerne genutzt: Von Januar bis März 2024 wurden wir nachts und an Wochenenden zu 74 Einsätzen gerufen. Häufig geht es dabei um Kriseninterventionen und Sterbebegleitungen, die Dauer solcher Einsätze kann von einer guten halben bis zu mehreren Stunden dauern.

Am 13. April um 14.00 Uhr lädt ein Team der Kinder- und Jugendklinik um Pfrin. Kathrin Kaffenberger und Pfr. Joachim Lindner ein zum sogenannten "Lichtergottesdienst" in St. Theresia, Erlangen-Sieglitzhof. Im Gottesdienst wird der Kinder gedacht, die in der Kinderklinik verstorben sind. Anschließend treffen sich die Gottesdienstteilnehmer*innen zum Austausch. Der Gottesdienst unterstützt die Trauerarbeit verwaister Eltern und ihrer Angehörigen und Freunde.

Puppe Fred betet in der Kapelle des Internistischen Zentrums
Bildrechte Ev KHS UKER, Joh. Eunicke

Sie erinnern sich: „Fred zum Gebet“ – Das war die Puppe, die in der Kapelle des Internistischen Zentrum auf einem Stuhl saß, “für diejenigen, die das eine oder andere Gebet gut gebrauchen können“.
Dann war Fred weg. Ich war traurig – und wohl manche mit mir.

Als ich das letzte Mal in die Kapelle kam, traute ich meinen Augen kaum: Fred ist wieder da!

Am Freitag, 15.3.2024, laden die Frauenklinik und die Klinikseelsorge des Uniklinikums Erlangen verwaiste Eltern und Angehörige in der Frauenklinik verstorbener Kinder zu einem Gedenkgottesdienst auf den Zentralfriedhof Erlangen ein. Beginn ist um 16 Uhr, gestaltet wird der Gottesdienst von einem Team der Frauenklinik, dem Pfarrerin Kathrin Kaffenberger und Diakon Andreas Eberhorn angehören. Die Feier soll die Trauernden dabei unterstützen, den Verlust ihrer vor oder im Umfeld der Geburt verstorbenen Kinder zu bewältigen.  

Altes Telefon mit Wahlscheibe
Bildrechte Pixabay

Aufgrund von Bauarbeiten kann es sein, dass einzelne unserer Festnetztelefone an der Uniklinik Erlangen (# 09131/85-xxxxx) am 4. und 5. März tagsüber und am 8. März von 16 bis 22 Uhr einige Minuten lang nicht funktionieren.
Bitte probieren Sie es an diesen Tagen mit ein wenig Geduld mehrfach uns anzurufen. Sollten Patient*innen oder Angehörige dringend Seelsorge brauchen wenden Sie sich bitte gleich an die Mitarbeiter*innen der jeweiligen Station. Sie verfügen über unsere Mobilnummern, die uneingeschränkt funktionieren.
 

Puppe Fred auf einem Stuhl in der Kapelle des Internistischen Zentrums (INZ)
Bildrechte Ev. KHS UKER, Joh. Eunicke

Fred ist weg!

Gerade noch war er in unseren Fastenmails: Fred zum Gebet – Sie erinnern sich?
Eine kleine handgenähte Puppe namens Fred. Er saß in der Kapelle des INZ auf einem Stuhl. Neben sich einen Zettel, der sagte: „Ich bin hier für alle, die ein Gebet brauchen und nicht selber in die Kapelle kommen können“.
Nun ist er nicht mehr da, und er fehlt mir. Wie bestimmt manchen Anderen.
Wer immer ihn mitgenommen hat: Vielleicht bringen Sie ihn ja doch wieder zurück?

Wasserrad
Bildrechte Johannes Eunicke

Hamsterrad oder Schöpfrad?

Manchmal komme ich mir vor wie in einem Hamsterrad.
Eine Krise jagt die andere: Um mich herum – und manchmal in meinem Leben und im Leben von Menschen, die mir wichtig sind.

Ich renne und renne, damit ich hinterherkomme. Ich habe Angst, dass ich sonst hin-und hergewirbelt werde, die Kontrolle verliere.
Aber: Rausspringen aus dem Hamsterrad – schaffe ich das? Traue ich mich? Immerhin, rennen kann ich. Einfach geradeaus rennen, das bin ich gewohnt, da bin ich ziemlich sicher. Zum Rausspringen brauche ich zumindest etwas, das mich lockt.

Mir fallen die Wasserschöpfräder ein, die sich von Frühling bis Herbst in der Gegend um Möhrendorf drehen und deren Methode der Wiesenbewässerung inzwischen von der UNESCO zum Immateriellen Weltkulturerbe erklärt wurde.

So ein Wasserrad, das hätte was:
Es dreht sich scheinbar von ganz allein. Es nutzt die Kraft des Wassers – und es macht etwas damit: Wiesen wässern. Man könnte damit auch Strom erzeugen, Mehl mahlen oder Eisen schmieden.

Ich wünsche mir so ein Wasserrad für mein Leben: Ein Rad, das aufnimmt, was um mich herum an Energie und Bewegung ist, und etwas daraus macht: Etwas, das gut tut. Das hilft. Das Leben spendet. Und bei dem ich auch noch erfrischendes Wasser zapfen kann. Und ich muss nicht selbst darin rennen und rennen.
 
Mir fällt ein: Sowas gibt es!
Besonders in der Passionszeit erinnern wir uns daran, dass Jesus den Krisen nicht ausgewichen ist. Er ist durch sie hindurchgegangen, weil er die Verbindung mit Gott gehalten hat. Und darum kann er uns „Wasser des Lebens“ anbieten: „Wer Durst hat, der soll zu mir kommen und trinken!“ (Joh. 7,37).

Gerne möchte ich das immer wieder versuchen:
In der Verbindung mit ihm kann ich auftanken, Kraft schöpfen. Verbunden sein mit der Quelle des Lebens. Frisches Wasser zapfen.

Und dann kann ich mich wieder dem widmen, was in meinem Leben und meiner Welt gerade passiert, gestärkt und mit neuer Kraft.

Daran dürfen mich die Möhrendorfer Wasserschöpfräder gerne erinnern.

Pfr. Johannes Eunicke
Evangelische Klinikseelsorge, INZ und Kinder- und Jugendpsychiatrie

 

Krieg und Frieden
Bildrechte Frank Nie

Panzer zu Blumenvasen

 

Blumen im Kanonenrohr eines zerstörten russischen Panzers:
•    Aufruf zum Frieden
•    Gedenken an Menschen,
     die durch die Geschosse dieses Panzers verletzt wurden oder starben
•    Gedenken an Menschen,
     die bei der Zerstörung des Panzers verletzt wurden oder starben
•    Gedenken an alle, die Gewalt erleiden
•    Eine Vision wie in der Bibel:
Schwerter zu Pflugscharen, Panzerrohre zu Blumenvasen.
Mich rührt dieses Bild an: Wenn ich zwischen Blume und Granate wählen soll, ich nehme die Blume. Und hoffe und bete, dass weder Sie noch ich noch unsere Kinder in die Zwangslage kommen, sich zwischen einem Einsatz in so einem Panzer oder Kriegsdienstverweigerung entscheiden zu müssen.
Erziehung zum Frieden, Verzicht auf Gewalt, ist unsere tägliche Aufgabe.
Und das Leiden Jesu zeigt in der Fastenzeit, das und was wir einander ersparen können.
Dieser Panzer stand, 44 Tonnen schwer, im Mai 2023 gegenüber dem Internationaal Theater am Leidseplein in Amsterdam. Er gehörte zu einer russischen Einheit in Ulan-Ude, nahe der mongolischen Grenze. Zerstört wurde er am 31. März 2022 von ukrainischen Streitkräften während einer Schlacht um Kiew in dem Dorf Dmytrivka, 11 Kilometer südlich von Butscha.
Er war Teil einer Ausstellung des Forums für Europäische Kultur 2023 zum Thema „Kultur der Demokratie“ und soll sowohl die Zerbrechlichkeit als auch die Widerstandskräfte der europäischen Demokratie symbolisieren.


Pfarrer Frank Nie
Evangelische Klinikseelsorge Chirurgie

 

Regenbogenfisch
Bildrechte Kathrin Kaffenberger

Sich ein Herz fassen gegen Streit

Kennen Sie die Abenteuer des Regenbogenfisches? In einem dieser anschaulichen Kinderbücher stiftet der kleine Fisch, der mit seinem Schwarm im Ozean unterwegs ist, Frieden. Das ist gar nicht so einfach, denn die Situation scheint zunächst sehr verfahren.
Folgendes wird erzählt:
Ein Wal hielt sich gern in der Nähe des Schwarms auf und beobachtete fasziniert ihre glitzernden Schuppen. Die Fische jedoch fühlten sich nach einer Weile von ihm bedroht; sie befürchteten auch, dass bald die Nahrung nicht mehr für alle reichen würde, weil er so groß war. Und so wurde die Stimmung im Ozean schlechter, der Wal war schließlich enttäuscht und wütend, weil er spürte, dass diese sich gegen ihn richtete.
Nachdem er deswegen mit seiner riesigen Flosse alles durcheinandergewirbelt hatte, waren die kleinen Fische verängstigt und die kleinen Wassertiere, die zuvor als Nahrung für alle gereicht hatten, verschwunden.
In dieser Situation fasst sich der Regenbogenfisch ein Herz und schwimmt zum Wal, und die beiden reden miteinander. „Unser Streit bringt niemandem etwas“ ist das Resumee, und sie lachen sogar über ihren unsinnigen Streit, der gar nicht erst entstanden wäre, wenn sie gleich miteinander gesprochen hätten. Dann machen sich alle gemeinsam auf die Suche nach nahrungsreichen Gewässern.
Mir gefällt das Kinderbuch, weil so anschaulich dargestellt wird, wie schnell es zu Missverständnissen kommen kann – natürlich nicht nur im Tierreich.
Und wie einfach es eigentlich ist, sich ein Herz zu fassen und aufeinander zuzugehen! Manchmal kann man dann sogar zusammen lachen, gemeinsam nach Lösungen suchen… - und sich verzeihen.
Dies nehme ich mir für die diesjährige Fastenzeit vor! Dabei begleitet mich ein biblischer Vers:
Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht,
sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit!   
 (Neues Testament, 2.Timotheusbrief, Kapitel 1, Vers 7)
 
Pfarrerin Kathrin Kaffenberger
Evangelische Klinikseelsorge, Kinderklinik und SAPPV

 

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