Gründonnerstag - Gemeinschaft über den Tod hinaus

Wenn wir in den Kirchen den Gründonnerstag feiern, dann gilt er als der Tag, an dem Jesus Christus das Abendmahl eingesetzt hat. Alle beisammen, kurz vor seinem Tod, sie feiern das jüdische Passahfest, und Jesus sagt: „Das ist mein Leib“, als er das Brot austeilt, und „Das ist mein Blut“, als er den Wein herumreicht.

Dann steh ich im Gottesdienst am Altar. Und sehe den Mann, der sich so grantig über Flüchtlinge ausgelassen hat, dass es mir ein Graus war. Und gleich daneben eine Frau, die kenne ich gar nicht. Und den neben mir, so ein netter, da stehe ich gern. Und ich merke: irgendetwas verbindet uns. Wir sind nicht einer Meinung, und doch, da ist diese Verbindung von Gott. Und in knüpfe das Netz weiter: In andere Städte, sogar Länder und Kontinente. Gott lädt ein – und verbindet uns. Und lehrt mich: Auch die, mit denen Du nicht kannst, gehören zu mir. Krank? Gesund? Reich? Arm? Ja, unterschiedlich. Und miteinander verbunden.

Und noch weiter knüpfe ich das Netz, und mir wird warm ums Herz: Ich fühle mich meinen Verstorbenen nahe; auch hier knüpft Gott ein Band, eine Verbindung zwischen ihnen und mir.

Genau das gehe ich heute feiern. Gott lädt ein. Alle.
Pfr. F. Nie