Ehrenamtliche Klinikseelsorge - ein Interview zum Ausbildungskursbeginn Januar 2020

Ab Januar können sich Interessierte als ehrenamtliche Klinikseelsorger für Erlangen und Herzogenaurach ausbilden lassen. Informationen zum Kurs finden Sie hier - klick. Diese Grundausbildung dauert ein halbes Jahr, sie gilt als anspruchsvoll und lohnend zugleich.  Dr. Andrea Abraham (58, im Bild links) ist seit zwei Jahren aktiv, Sandra Streng (43) seit vier Jahren dabei.

A. Abraham (li.) und S. Streng im Interview

Sie besuchen einmal pro Woche schwer kranke Menschen. Nicht ganz einfach. Warum tun Sie das?

Streng: Ich erlebe das als eine absolut sinnerfüllte Aufgabe. Mein Alltag ist wirklich vollgepackt. Aber es macht Sinn, es gibt mir viel. Es ist ein Geschenk, wenn mir Menschen aus ihrem Leben erzählen und mich teilhaben lassen. Das erfüllt mich.
Abraham: Ich empfinde das als „Angenommen sein“. Ich bin überrascht, wie selten ich weggeschickt werde. Es ist gut angelegte Zeit, der Bedarf ist da, dass sich Menschen einfach mal  aussprechen können.

Und was haben die Patienten davon?

Streng: Sie werden beachtet, gehört. Sie kriegen nicht gleich Tipps und Ratschläge um die Ohren. Sie dürfen sein wie sie sind, ohne bewertet zu werden.


Was ist Seelsorge überhaupt?

Abraham: Ich bin als Seelsorgerin für den anderen Menschen da. Stehe ihm zur Seite, gehe auf ihn ein.

Gibt es typische Themen in der Advents- und Weihnachtszeit?

Abraham: Ja. Vor allem will man raus. Da muss man jetzt durch, im Krankenhaus. Aber Weihnachten will man wieder zu Hause sein.
Streng: Für viele ist das vor allem ein Familienfest. In der Adventszeit ist noch mehr die Krankheit im Fokus, Richtung Weihnachten die Familie. Eine emotionale Zeit.

 

Welche Rolle spielt dabei der Glaube?

Abraham: Seelsorge bedeutet in allererster Linie jemandem beizustehen. Der Glaube, das ist die Intention hinter dem, was ich tue. Ich ordne mich bei den „Werken der Barmherzigkeit“ ein. Es geht um Beistand, bibelfest muss man nicht sein.
Streng: Ich lebe die christlichen Werte. Seelsorge muss in den Gesprächen nicht zwingend mit dem Glauben zu tun haben.

 

Informationen zur Ausbildung gibt es bei Pfarrerin Dorothea Böhle, Tel. 09131/85-46730 oder per E-Mail dorothea.boehle@uk-erlangen.de