Corona: Sich nicht von Angst gefangen nehmen lassen

Kaninchen im Bann des Virus

Man kann es nicht sehen,
man kann es nicht riechen,
man soll sich vor ihm am besten verkriechen -
was ist das?

Gibt es noch jemandem, dem jetzt nicht „Corona-Virus“ einfällt?

Das ist neu: Noch vor ein paar Wochen wäre das niemandem eingefallen. „Finanzamt“ hätte jemand vielleicht geraten und gelacht. Oder „Teufel“, oder „Grippewelle“. Und jetzt: Corona.

Es ist ja gut, dass dieses Virus und die damit einhergehende Gefahr gut bekannt sind. Es ist gut, dass wirklich jede, wirklich jeder wissen kann, wie wir uns gemeinsam davor schützen und möglichst viele Todesfälle verhindern können.

Aber es wird gefährlich, wenn die Angst zu hohe Wellen schlägt und unsere Gedanken nur noch um Corona kreisen. Gerade, wenn wir kaum noch unter Menschen kommen. Wenn wir uns nicht gegenseitig ermutigen und unterstützen können. Isolation ist schwer zu ertragen. Besonders schwer für Menschen mit einer seelischen Erkrankung.

Es macht ja guten Sinn, wenn wir unsere Sorgen und Ängste vor der Corona-Pandemie ernst nehmen. Sie drängen uns Richtung Sicherheit. Und Sicherheit brauchen wir jetzt für uns alle.

Aber: Genau so guten Sinn macht es, wenn wir uns dann überwiegend damit beschäftigen, wie wir aktiv gegen die Verbreitung dieses Virus angehen. Wenn wir also nicht wie das Kaninchen auf die Schlange starren, sondern beweglich in Kopf und Herz den ungewohnten neuen Alltag angehen. Das setzt viele Ideen und Energien frei.

Miteinander reden daheim, chatten, skypen, telefonieren, spielen, Filme schauen, lachen, kochen, essen, für andere einkaufen, malen, singen, beten, Musik machen, endlich mal den Keller aufräumen … wir tun gut daran, unsere Möglichkeiten ins Auge zu fassen und sie wahr werden zu lassen. Eine gute Zeit für das, was wir „schon immer mal“ daheim machen wollten.

Kaninchen kehr dem Virus den Rücken



Frank Nie
frank.nie@uk-erlangen.de