Zeit des Übergangs
Mein Kompliment: Wir sind schon weit gekommen! Von den 40 Tagen unseres Weges Richtung Ostern haben wir schon mehr als die Hälfte geschafft. Die Zahl 40 geht dabei über die Mathematik hinaus und trägt Symbolcharakter. Gruppen oder Einzelne stehen in ihrer Geschichte mit Gott vor einem Übergang. Sie lassen alte Ufer, eine alte Heimat oder eine alte Zugehörigkeit hinter sich und streben einen neuen Anfang an. So bei Noah und seiner Arche. Nach 40 Tagen endet der Regen der Sintflut, und mit Noah nimmt eine neue Lebenswelt für Mensch und Tier ihren Anfang. Das Volk Israel zieht nach dem Auszug aus der Sklaverei Ägyptens 40 Jahre durch die Wüste, bis es das gelobte Land erreicht. 40 Tage zieht sich Jesus in die Wüste zurück, bevor er öffentlich auftritt. Nach seiner Auferstehung erscheint er den Jüngern noch über 40 Tage hinweg und kehrt dann zum Vater zurück.
40 Tage gelten als die Umbruchszeit, die eine neue Zukunft ermöglicht.
Zugegeben: Noah hat die Arche nicht aus dem Antrieb eines Handwerkers gebaut, sondern um nach der Katastrophe einen Neubeginn zu ermöglichen. Die Israeliten sind nicht als Spaziergang aus Ägypten ausgezogen, sondern um sich aus ihrer Gefangenschaft zu befreien. Jesus war nicht von persönlichem Ehrgeiz beseelt, sondern von der Sendung des Vaters. Nicht Lust und Laune treiben zum Aufbruch, sondern die drängende Notwendigkeit.
Solch existenziellen Fragen und Herausforderungen wie die oben Genannten begegnen wir nicht dauernd, und schon gar nicht an jedem Aschermittwoch wieder. Wir haben mit Übergängen und Neuanfängen eher in kleinerer Münze zu tun. Aber: Gott ermuntert zum Aufbruch. Er stellt uns neue Horizonte vor Augen. Wer sich zu Größerem aufmacht, dem steht er bei. Wir wissen, wo unsere Übergänge anstehen. Ergreifen wir die Chance, die in ihnen liegt!
Ihr
P. Stephan Panzer,
Malteser Waldkrankenhaus St. Marien
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