5. Fastensonntag - 22. März 2026

Hund in Fahrradkorb
Bildrechte privat

Ziemlich wackelig hier. Wo geht’s denn heute hin?

Erwartungsvoll guckt unsere Hündin aus dem Fahrradkorb. Geht es zu einem ihrer Hundesitter oder zu einem Ausflug in den Wald? Ist der Weg unbekannt oder das Ziel schon zwei Ecken vorher klar?
Am liebsten sind ihr die Wege, die sie einschätzen kann, an deren Ziel ein bekanntes Gesicht wartet, eine Wohnung mit einem immer gleichen Kuschelplatz, ein schöner Spaziergang durch schon bekannte Wiesen und Gassen mit einem lieben Menschen, der sie kennt und deshalb viel Zeit damit verbringt, herumzustehen und sie schnuppern zu lassen.
Bei uns Menschen ist es ja ganz ähnlich: Wir fühlen uns sicher, wenn wir schönen Routinen folgen können, wenn die Menschen, mit denen wir es zu tun haben, auf uns Rücksicht nehmen, uns – unser Tempo, unsere Art zu arbeiten - kennen.
Hier in der Uniklinik gibt es sehr verschiedene Arbeitsplätze, manche mit gut einschätzbaren Abläufen und dauerhaften Teams, manche mit täglich neuen unvorhersehbaren Anforderungen und immer einmal wieder wechselnden Kollegen und Schichten – wie zum Beispiel auf den Intensivstationen. 
Aus vielen Gesprächen weiß ich, dass viele von Ihnen Ihre Aufgabenbereiche so schätzen, wie sie sind. Zuweilen turbulent und herausfordernd, zuweilen ist viel Geduld, Absprache, Forschen und Zeit erforderlich. Sie sind mit Ihren Kollegen und Patienten zusammen auf dem Weg, suchen die Ursache von Symptomen, besprechen die Behandlungsoptionen, wägen die Nebenwirkungen von Medikamenten ab… und manches Mal ist das Ende des Weges eben nicht schon zwei Ecken vorher klar.
So wünsche ich Ihnen für all Ihr Engagement in allen Bereichen der Patientenversorgung viel Kraft und Zuversicht, und mögen Sie sich behütet fühlen auf Ihren Wegen von dem, der uns im Alten Testament zusagt: Ich will dich nicht verlassen noch von dir weichen; sei getrost und unverzagt! (Josua 1, 5.6)
Mir und anderen Christ*innen gibt diese Zusage aus dem Alten Testament ein Stück Sicherheit, in der Arbeit und daheim. Und wie ist das für Sie? Haben Sie Überzeugungen oder einen Glauben, aus dem Ihnen Hoffnung, Zuversicht und Sicherheit zuwachsen? Die Fastenzeit vor Ostern bietet Ihnen dann diese Anregung: Beantworten Sie für sich die Frage, wer und was Ihnen Hoffnung, Zuversicht und Sicherheit schenken kann.

Es grüßen Sie
Rosie und Pfarrerin Kathrin Kaffenberger
ev. Klinikseelsorge, Kinder- und Jugendklinik, SAPPV

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