Immer wieder in Form bringen - Reformationsfest

Gespeichert von Frank Nie am Fr., 26.10.2018 - 10:31

So eine Sandburg am Strand – Stundenlang sieht man Kinder und mehrheitlich Väter daran bauen. Sie schieben Mauern aus Sand zurecht. Dicke Wälle außen, filigrane Wände innen. Sie ziehen stolze Türme in die Höhe. Verzieren die Burg mit Muscheln. Und sichern sie mit einem Graben gegen die aufkommende Flut.

Die Flut kommt. Die Wellen nagen an Mauern und Türmen, und übrig bleibt zuletzt … ein Haufen Sand. Schade. Und jetzt? Am nächsten Tag bauen sie wieder, Kinder mit ihren Eltern. Wieder da, wo die Wellen bei Flut hinkommen werden. Eine neue Burg, eine andere, immer neu.

Es geht um den Spaß am Bauen. Eine neue Form finden. Eine noch schönere Burg bauen, wie sie mir jetzt gerade gefällt. Mal eine trutzige, dann eine riesige. Danach eine kleine, feine. Etwas aufzubauen macht Spaß. Und das ist eine Botschaft des heutigen Feiertags, des Reformationstags: Es geht nicht darum, dass die Dinge ewig halten; weder im eigenen Leben, noch in der Familie, noch in der Kirche. Im Wesentlichen geht um das Bauen, das Finden einer passenden Form und die Freude am Aufbau – wohl wissend, dass die Flut kommen wird. Leben ist Veränderung. Und so ungewöhnlich ist es ja gar nicht, dass wir uns immer wieder neu in Form bringen können. Toll ist es trotzdem.